original by balsDas swingbike profitiert heute von über 50 Jahren technischer und sportmedizinischer Erfahrung. Eine Erfolgsgeschichte mit Hindernissen... 1956 versuchte Hans Günter Bals zum ersten Mal seine Idee der Fortbewegung mit ganzer Kraft in einem neuartigen Kinderfahrrad zu realisieren. Das Ergebnis war alles andere als Befriedigend - doch der Gedanke einer körperumfassenden Dynamik ließ den deutschen Maschinen- und Flugzeugbau-Ingenieur nicht mehr los. In den 70er Jahren konzipierte er dann den ersten Prototyp des swingbike. Als "Viergelenkrahmen" konstruiert ermöglichte es erstmals einen Radantrieb durch Einsatz des ganzen Körpers. Arme, Beine, Bauch, Brust und Rücken - alles arbeitet mit und treibt das Rad vorwärts in einer harmonischen, runden Bewegung. Aus diesem gesunden Bewegungsmuster entwickelte Bals bald gemäß den speziellen Anforderungen von Ärzten und Orthopäden ein therapeutisches Standgerät - den swingtrainer - und später auch gemeinsam mit seinem Sohn Christoph Bals, Diplomingenieur für Maschinenbau und Medizintechnik, den relactiver für den Einsatz in der physikalischen Therapie und im Sport. An der Vision des Rades hat Hans Günter Bals jedoch über 50 Jahre festgehalten und das mechanische Prinzip weiterentwickelt und verfeinert. Dies war kein leichtes Unterfangen, obwohl alles so vielversprechend begann: 1978 wurde es als "Reitrad" im aktuellen Sportstudio präsentiert. Der Zweiradhersteller Hercules bemühte sich daraufhin um die Lizenz und erstellte eine erste Serie unter dem Namen "Cavallo". Jedoch hatten die Ingenieure aus gestalterischen Gründen gravierende Änderungen an der Bals'schen Konstruktion vorgenommen - und damit der Idee beinahe den Todesstoß versetzt. Das Rad verlor sein dynamisches Potenzial, galt damit als "nicht zu vermarkten". Es blieb Bals nichts anderes übrig, als den Lizenzvertrag aufzulösen und selbst die Entwicklung und Herstellung wieder zu übernehmen - in kleinsten, teils handgefertigten Auflagen. Einige Exemplare dieser ersten Etappe finden sich in verschiedenen Fahrad- und Technikmuseen oder werden als Rarität auf Sammlerbörsen hoch gehandelt. Für den Ehrgeiz des Entwicklers aber waren die Ergebnisse noch lange nicht ausgereift, die Überwindung des sogenannten "Totpunktes" noch nicht sanft und die erreichbare Geschwindigkeit noch nicht rasant genug. Die Suche nach der vollkommenen Fortbewegung wurde für Bals zur technischen Obsession, bei der er manchen Prototypen verschliss. Doch Beharrlichkeit zahlt sich aus: Mit der jüngsten limitierten sb_5000-Edition des swingbike könnte zugleich auch eine neue Ära im Radsport beginnen... |